Fachberaterordnung

Steuerberater können künftig einen amtlichen Fachberatertitel erlangen, um eine Spezialisierung auf bestimmte Steuerrechtsgebiete kenntlich zu machen. Dies hat die 17. Satzungsversammlung der Bundessteuerberaterkammer am 28. März 2007 in Erfurt beschlossen. Der Fachberater wird zunächst für die Gebiete "Internationales Steuerrecht" sowie "Zölle und Verbrauchsteuern" eingeführt.

Der Erwerb des neuen Titels setzt weit überdurchschnittliche praktische und theoretische Kenntnisse auf dem jeweiligen Spezialgebiet voraus. Die Fachberaterordnung schreibt einen 120 Stunden umfassenden Lehrgang sowie den Nachweis zahlreicher praktischer Fälle vor. Um die hohe Qualität der Ausbildung sicherzustellen, müssen Lehrgangsveranstalter ihr Angebot von der zuständigen Steuerberaterkammer zertifizieren lassen. Diese Prüfung und Genehmigung kann nach dem Inkrafttreten der Fachberaterordnung erfolgen. Somit können voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr 2008 die ersten Steuerberater zum Fachberater bestellt werden.

Die Fachberaterordnung wurde durch das Bundesministerium der Finanzen genehmigt. Sie ist entsprechend der Regelung des § 86 Abs. 3 Satz 4 StBerG am 1. August 2007 in Kraft getreten. Zuständig für die Verleihung der Fachberaterbezeichnung sind die Steuerberaterkammern.

Mit der neuen Möglichkeit zur beruflichen Spezialisierung wird dem Bedürfnis der Steuerberater und ihrer Mandanten Rechnung getragen. Verbraucher haben so künftig die Möglichkeit, sich in speziellen Fragen des Steuerrechts an einen darauf spezialisierten Steuerberater zu wenden. Aufgrund der amtlichen Verleihung der Bezeichnung können sie auf die hohe Qualifikation des Fachberaters vertrauen. Schon jetzt zeichnet sich ein großes Interesse der Berufsangehörigen an den Titeln ab.